Schweine fressen gerne Klee
Schonende Bodenbearbeitung
Symbiotische Landwirtschaft
Die Landwirtschaft
Unser Leben ist seit Jahrhunderten geprägt vom Zusammenleben mit den Tieren, mit Boden, Wasser, Luft und Sonne. Wir nutzen sie, also haben wir auch die Pflicht, vernünftig mit ihnen umzugehen und mit unseren Bedürfnissen in Einklang zu bringen. Das heißt für uns, sorgfältig und achtsam sein mit den Rohstoffen, mit Energie und nicht zuletzt mit unseren Tieren. Nur was frei, mit Zeit und liebevoller Pflege wachsen und gedeihen darf, kann wirklich schmecken und uns als gesunde Nahrung dienen. So arbeiten wir jeden Tag daran, gute Lebens-Mittel zu erzeugen und dabei die Natur unbeschädigt – ja vielleicht sogar ein bisschen schöner zu hinterlassen als wir sie übernommen haben
Der Ackerbau
Der Regenwurm ist Gradmesser für einen gesunden Boden. Sind in konventionellen Böden oft nur 16 Würmer je qm vorhanden, so sind es in erstklassigen ökologisch bewirtschafteten Flächen bis zu 350 Exemplare. Ein lockerer, fruchtbarer Boden, mit einem hohen Humusanteil und viel Bodenleben ist die Grundlage für gesunde, schmackhafte Pflanzen die uns ernähren. Ein guter Bauer erreicht seine hohe Bodenfruchtbarkeit durch die 7 gliedrige Fruchtfolge mit Kleegras, Zwischenfruchtanbau und Untersaaten; also indem der Boden möglichst niemals brach liegt. Dazu gehören neben der pfluglosen Bodenbearbeitung auch leichte, angepasste Maschinen die zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt werden. Unsere Bauern in Herrmannsdorf arbeiten stetig an der Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit weiter.
Schwein müsste man haben
Als vor 20 Jahren das Schwäbisch Hällische Schwein noch vom Aussterben bedroht war, haben wir uns diese alte Landrasse wegen ihrer Robustheit, ihren guten Muttereigenschaften und der ausgesprochen hochwertigen Fleischqualität ausgesucht. Bei uns dürfen die Schweine so leben, wie es ihrer Art entspricht. Sie haben im Sommer und Winter viel Auslauf, leben auf trockenem, weichen Stroh und haben eine Suhle. Die Ferkel werden doppelt so lang wie anderswo von ihrer Muttersau gesäugt, die sich frei bewegen kann und nicht im Zwangsstand stehen muss. Bei uns gibt es Getreide, Bohnen, Erbsen, Gras und Heu zu fressen. Das macht die Tiere lebensfroh, stark und gesund.
Die Weideschweine
Wir bringen die Schweine auf die Weide. Unsere „www-Schweine“ (d.h. Weide, Wühlen, Würmer) fressen, was wir für sie auf dem Acker angesät haben: Verschiedene Kleesorten, Getreide, Sonnenblumen, Phazelia und vieles mehr. Dazu das, was sie im Boden finden – Wurzeln Würmer und Schnecken. Mittlerweile ist das so genannte www-Fleisch zum begehrtesten Stück in unserer Metzgerei geworden, für das sich neben unseren Kunden auch 4-Sterne Köche und unser Chefkoch aus dem Herrmannsdorfer Wirtshaus zum Schweinsbräu gerne anstellen.
Symbiotische Landwirtschaft
Was vor wenigen Jahren als Versuch, als „Alterswerk“ von Karl-Ludwig Schweisfurth begonnen hat, ist mittlerweile fester Bestandteil von Herrmannsdorf geworden. auf einem ca. 4 Hektar großen Areal, wird Permakultur nach Sepp Holzer betrieben. In der so entstandenen kleinen „Landschaft“ aus Obstbäumen, Hügelbeeten, Hecken, Äckern, Wiesen und Wegen werden Schweine, Hühner, Schafe, Gänse und ein paar Rinder, alle zusammen und das ganze Jahr über an der frischen Luft gehalten. Wir decken ihnen den Tisch, indem wir Gemüse anbauen und Getreide ausbringen. Sie sind dann praktisch Selbstversorger die grasen, knabbern, wühlen und graben und sich neben Früchten, Gemüse und Körnern auch Würmer, Schnecken und Wurzeln (als natürliche Eiweisquelle) einverleiben. Gewohnt wird in mobilen Hütten die wie ein Wanderzirkus von einer der vier Koppeln in die nächste ziehen. Auch der große Trog und das „Schweinebad“ wandern mit. Die Koppel wird abgeweidet und gepflügt hinterlassen, so dass wir gleich die neue Saat ausbringen und wachsen lassen können, während die nächste Koppel bearbeitet wird. Die Tiere vertragen sich nicht nur prächtig – sie beschützen und pflegen sich auch gegenseitig und gerade die neugierigen Schweine können eine ganze Menge spielen und erleben. Diese neue Lebensform wird weiter ausprobiert und optimiert, aber schon jetzt können wir die Erfahrungen die wir dort sammeln in unser Herrmannsdorfer „Hof-Leben“ einbringen.