Karl & Karl Ludwig Schweisfurth

Karl & Karl Ludwig Schweisfurth

Ackerbau

Ackerbau

Schweine im Schnee

Schweine im Schnee

Familien- und Firmenchronik

1897 eröffneten Fleischermeister Ludwig Schweisfurth und seine Frau Wilhelmine ihre erste Metzgerei in Herten/Westfalen. Im Jahre 1917 arbeiteten bereits über fünfzig Mitarbeiter im Unternehmen. Sohn Karl Schweisfurth übernahm die Geschäftsleitung in den 20er Jahren und schaffte es in Zeiten der Inflation und Wirtschaftskrisen, das Unternehmen auszubauen.
Anfang der 30er Jahre konnten die Betriebsanlagen vergrößert und der hundertste Mitarbeiter begrüßt werden.
Nach dem zweiten Weltkrieg übergab er das Unternehmen an seinen Sohn Karl Ludwig Schweisfurth, den späteren Begründer der Herrmannsdorfer Landwerkstätten. Von den Eindrücken und Erfahrungen inspiriert, die er als junger Mann in den riesigen Schlachthöfen von Chicago mitnahm, führte Karl Ludwig Schweisfurth das Familienunternehmen, selbst erst 25 Jahre alt, in den Folgejahren zur modernsten Fleischwarenfabrik Europas – die Wiege der Herta-Wurst.

Es war Anfang der 80er Jahre, das Unternehmen war auf dem Höhepunkt der Automatisierung angelangt. Seine drei Kinder machten dem Vater klar, dass sie seine Firmen nicht übernehmen würden und nicht so leben wollten wie er – gehetzt von Termin zu Termin, von Sitzung zu Sitzung. Gerade war ein neues großes Schlachthaus gebaut, mit allen technischen Geräten, mit denen am Fließband dreihundert Schweine in der Stunde geschlachtet wurden. Die Tiere stammten aus landwirtschaftlicher Intensivhaltung und wurden auf „gute Fleischleistung“ hochgezüchtet. Sie waren gestresst und nervös, das spürte man auch an der Fleischqualität.

Duch kritische Diskussionen mit seinen heranwachsenden Kindern kam Karl Ludwig Schweisfurth der Gedanke, dass diese Art der Aufzucht und Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere falsch sein könnte. Er gestand sich Fehler ein: „Wir haben übertrieben und bäuerliche Tierhaltung in industrielle Produktion verwandelt, mit dem Ziel, die Tiere auf immer höhere Leistungen zu trimmen.“ Aber es dauerte noch einige Jahre, um die Zweifel wachsen zu lassen. Er begann, in die Ställe zu schauen, aus denen die Tiere für seine Schlachthöfe kamen. Das, was er sah, gefiel ihm immer weniger.

Im Jahr 1984, während einer Fastenperiode, traf Karl Ludwig Schweisfurth die Entscheidung: „Ich steige aus und beginne noch mal von vorne, mit ökologischer Landwirtschaft und Lebens-Mittelverarbeitung – mit den Erfahrungen von dreißig intensiv gelebten Jahren!“ Er verkaufte sein Unternehmen „Herta“ und hielt Ausschau nach einem geeigneten Projekt.
Die Idee eines Neuanfangs wurde von der gesamten Familie mitgetragen, insbesondere seinen Kindern. Idee und Vision war die Suche nach einer neuen und nachhaltigen Agrar- und Ernährungskultur, ökologisch, handwerklich und regional.
1986 gründete er die Schweisfurth-Stiftung in München und fand in Herrmannsdorf bei Glonn ein großes Gut – der Aufbau der Herrmannsdorfer Landwerkstätten konnte beginnen!

1996 übernahm die vierte Generation, Sohn Karl Schweisfurth, das Unternehmen. Sein Werdegang führte über Landwirtschaftslehre und anschließendes Studium in Stuttgart-Hohenheim zum Abschluss als Diplom Agrar-Ingenieur. Später kam ein Managementstudium in St. Gallen hinzu. Heute leitet er die Herrmannsdorfer Landwerkstätten mit rund 120 Mitarbeitern, wo seit fast 20 Jahren ökologische Lebens-Mittel produziert werden. Er hat maßgeblich die Filialisierung in München und Umgebung vorangebracht sowie ein Vertriebsnetz mit Fleisch- und Wursttheken in mehreren Städten bundesweit ausgebaut.

Vater Karl Ludwig Schweisfurth, der Gründer, steht den Herrmannsdorfer Landwerkstätten weiterhin als Visionär und begeisterter Verfechter der ökologischen Lebens-Mittel-Verarbeitung mit Rat und Tat zur Seite.