Oft hilft der Blick zurück, wenn man nach vorne schauen will. Das zeigt auch unsere Geschichte.

Die Herrmannsdorfer Landwerkstätten wurden 1986 von Karl Ludwig Schweisfurth gegründet. Zu dieser Zeit nahm die Industrialisierung der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion so richtig Fahrt auf. Der ehemalige Fleischwaren-Großunternehmer vollzog angesichts dieser für ihn erschreckenden Entwicklung damals einen formvollendeten U-Turn. So wurde er zu einem der Pioniere für Landwirtschaft im Einklang mit der Natur, artgerechter Tierhaltung und die nachhaltige Herstellung von hochwertigen Lebensmitteln.

Die Herrmannsdorfer Wirtschaftsweise gründet auf bäuerlichen und handwerklichen Traditionen, aber ist zugleich auch zukunftsweisend – damals wie heute. Das Prinzip dieser Wirtschaftsweise ist die Symbiose, das Zusammenleben und -wachsen zum gegenseitigen Nutzen. Symbiosen gibt es in Herrmannsdorf auf allen Ebenen. Das fängt an bei den Schweinen und Hühnern, die zusammen auf den Weiden leben. Es geht weiter bei der Bepflanzung von Grünland und Äckern, bei der sowohl an die Gesundheit des Bodens, die Vielfalt der Arten und die gute Ernährung der Tiere gedacht wird. Symbiotisch ist auch die konsequente (Weiter-)Verwertung von vermeintlichen Abfallprodukten aus Küche, Bäckerei und Molkerei als Tierfutter und die Umwandlung von Schweine- und Hühnermist zu neuer Energie. Auch die Menschen arbeiten bei uns immer Hand in Hand. Für Maultaschen zum Beispiel macht der Bäcker den Teig, der Metzger das Brät und in der Küche wird beides dann zu den fein gefüllten Teigtaschen, die dann in den eigenen Läden und bei Lebensmittel-Kaufleuten verkauft werden. Alles hängt eben mit allem zusammen.

Und doch ist das Prinzip Herrmannsdorf mehr als ein in sich geschlossener Kreislauf. Dass das Wirtschaften zum Wohl von Natur, Tier und Mensch qualitativ besonders gute Lebensmittel hervorbringt, hat sich längst herumgesprochen und viele Nachahmer gefunden. Wir haben enge Verbindungen geschaffen – zwischen Stadt und Land, zwischen Landwirten und Handwerkern, zwischen den Verbrauchern und Produzenten von Lebensmitteln. Nicht zuletzt wollen wir aktiv dazu beitragen, das oberbayerische Landschaftsbild zu erhalten: kleinteilige Landwirtschaft mit hübschen Höfen, blühenden Wiesen und Kühen auf den Weiden. Das Kleine wirkt auch im Großen. Das ist in Zeiten, da die Ideologie des unbegrenzten Wachstums merklich an ihre Grenzen stößt, eine Erkenntnis, die Hoffnung macht.