Ein Teil unserer Mastschweine zieht komplett auf die Weide. Die „www-Schweine“ (d.h. Weide, Wühlen, Würmer) leben die letzten 3 bis 4 Monate bevor sie geschlachtet werden auf der Weide. Im Sommer in einer Art „Wohngemeinschaft“ zusammen mit Rindern und Masthühnern. Dieses Zusammenleben nennen wir: Symbiotische Landwirtschaft.

Die Schweine fressen, was wir für sie auf dem Acker angesät haben: Verschiedene Kleesorten, junges Gras und eine Vielfalt an Kräutern. Dazu das, was sie im Boden finden – Wurzeln, Würmer und Schnecken.
Mittlerweile ist das so genannte www-Fleisch zum begehrten Produkt unserer Metzgerei geworden, für das sich neben unseren Kunden auch Sterneköche und Gourmets begeistern.

Die symbiotische Landwirtschaft

Der Gründer von Herrmannsdorf, Karl-Ludwig Schweisfurth, hat stets das Ziel, die ökologische Tierhaltung und die guten Lebens-Mittel noch besser zu machen. 2004 startete er ein wissenschaftlich begleitetes Projekt, die symbiotische Landwirtschaft. Auf einer Fläche von fünf Hektar hat er über Jahre beobachtet und erforscht, wie Schweine, Hühner, Gänse und Schafe zum gegenseitigen Nutzen zusammenleben können, Sommer wie Winter draußen, in mobilen Hütten. Diese „Erste private, landwirtschaftliche Versuchsanstalt für symbiotische Landwirtschaft“ hat uns viele Erkenntnisse und Anerkennung gebracht. 2014 wurde das Projekt abgeschlossen.

Herrmannsdorfer Wiedeschweine

Wir haben diese Idee aufgegriffen und in die Fruchtfolge unserer ökologischen Landwirtschaft integriert. Auf den Feldern, die bei uns mit Kleegras bestellt werden, leben von Frühjahr bis Herbst ca. 10 Rinder, 50 Schweine und 600 Masthühner friedlich zusammen. Im Winter bleiben nur die Schweine dort. Das gemeinsame Leben bringt viele Symbiosen: Die Rinder leben allein vom Gras und halten es kurz. Schweine und Hühner lieben junges, eiweißreiches Gras. Die Schweine wühlen, die Hühner finden in der frisch aufgewühlten Erde Regenwürmer und andere Leckerbissen. Manchmal übernehmen sie die Körperpflege bei den Schweinen. Rinder und Schweine beschützen die Hühner: Der Habicht, der sich gern ein Huhn von der Weide holen würde, traut sich nicht heran. Alles ist mobil, die Schweinehütten, die Hühnerställe, die Wasserstelle, das Futterpodest. Nach zwei Jahren zieht die tierische Lebensgemeinschaft auf eine neue Fläche. Auf der verlassenen Fläche geht die Fruchtfolge weiter, wir bauen wieder Getreide und andere Feldfrüchte an.

Die symbiotische Landwirtschaft ist eine Herrmannsdorfer Innovation, für noch mehr Tierwohl, sie bringt Ackerbau und Tierhaltung in besonderer Weise in Einklang. Gerade in der Vielfalt liegt eine große Chance des Ökolandbaus, sogar höhere Erträge auf gleicher Fläche zu erzielen.