In einer Zeit, in der vielen Menschen das Vertrauen in unser tägliches Brot und das Wissen um den Ursprung unserer Lebens-Mittel abhanden gekommen ist, gehen die Herrmannsdorfer Landwerkstätten zurück zu den Wurzeln: Zu den überlieferten Bodenleben fördernden Formen des Ackerbaus, der tiergerechten Nutztierhaltung, der qualitätsorientierten Lebensmittelverarbeitung und zu einer gesunden, bewussten Ernährungsweise.

„Besonders am Herzen liegt uns eine zeitgemäße Erneuerung einer verloren gegangenen Agrarkultur. Das heißt für uns: Achtsamkeit im Umgang mit Boden, Wasser und Pflanzen, eine würdevolle Behandlung unserer bäuerlichen Nutztiere und Respekt für das alte, gewachsene Handwerk. Dabei entstehen Lebens-Mittel, die wieder Mittel zum Leben sind, die Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen fördern und ehrlich gut schmecken.“

Karl Ludwig Schweisfurth

In Herrmannsdorf wird vom Acker bis zum Teller alles wieder zusammengeführt, was die Nahrungsmittelindustrie geteilt hat. Ackerbau – Zucht- und Mast der Tiere – handwerkliche Verarbeitung in den Werkstätten – Verkauf in den eigenen Geschäften. Als kleine in sich geschlossene Einheit produzieren wir in der Region und für die Region. Wir können als vielfältiger Betrieb Ressourcen effizient nutzen (z. B. Molke für die Schweine, Altbrot für die Hühner …) und mit unseren Kunden – unseren Partnern – können wir über die vielen Themen der Landwirtschaft und Herstellung im Gespräch sein.

Herrmannsdorf ist der Mittelpunkt eines Netzwerkes von über 100 ökologisch wirtschaftenden Partnerbauern und Herstellern in der Region, wobei Herrmannsdorf als Schwerpunkt die Verarbeitung der ökologisch erzeugten Pflanzen und Tiere in Metzgerei, Bäckerei, Käserei und Brauerei sowie die Vermarktung der Lebens-Mittel in bester ökologischer Qualität übernimmt. Auf diese Weise sind die vielen Stufen der Verarbeitung auf kurzem Wege vereint; es wird wieder Nähe hergestellt zwischen dem Ort, an dem die Pflanzen und Tiere wachsen und dem Ort, wo sie zu Lebens-Mitteln umgewandelt und auch vermarktet werden. Hinter diesem Herrmannsdorfer Verbund steht das umfassende Leitbild eines achtsamen Umgangs mit allem Leben und Lebensnotwendigen.

Das Netzwerk aus Bauern, Gärtnern, Verarbeitern und Vermarktern bietet ein hohes Maß an Sicherheit für den Verbraucher. Eine überschaubare Anzahl von Personen, die auf ein gemeinsames Ziel ausgerichtet sind und sich ethischen Grundwerten verpflichtet fühlen, kooperieren anstatt zu konkurrieren.

Um das schon vor 30 Jahren umsetzen zu können, hat Karl Ludwig Schweisfurth in Herrmannsdorf an einem Ort umgesetzt, was heute räumlich oft weit auseinander liegt: Die Landwirtschaft, die Verarbeitung – bei uns Werkstätten genannt – und den Verkauf.

Drei Aspekte, die Karl Ludwig Schweisfurth in den 1980er Jahren motiviert haben, nochmal ganz neu anzufangen, sind bis heute wichtige Schwerpunkte unseres Unternehmens.

  • Tierhaltung – wir bieten unseren Tieren ein möglichst artgerechtes Leben und wirtschaften ausschließlich nach den Richtlinien des biologischen Landbaus.
  • Das gute alte Metzgerhandwerk – der Mensch, (der Handwerksmeister), nicht die Maschine, soll wieder die Herstellung bestimmen. In unseren Werkstätten (Metzgerei, Bäckerei etc.) produzieren wir so natürlich und schonend wie möglich, um das „Leben“ in den Lebens-Mitteln zu bewahren.
  • Unabhängigkeit vom Großhandel, der die Preise diktiert und damit auch die Qualität bestimmt. Darum haben wir eigene Geschäfte (ca. 50 % der selbst hergestellten Waren verkaufen wir über unsere Geschäfte) und den direkten Kontakt mit dem Kunden.

Kontrolle ist gut, aber Vertrauen ist wichtiger!

Unsere Qualitätsgrundsätze:

Kein Bereich der bäuerlichen Erzeugung und der Verarbeitung von Pflanzen und Tieren ist so lückenlos kontrolliert wie der ökologische oder biologische! Darauf kann sich der Kunde bei uns verlassen.

  • 1. Jeder, der Begriffe wie Öko, Bio oder ähnliche verwendet, muss die Verordnungen für pflanzliche und tierische Erzeugnisse der Europäischen Union (EG-Öko-Basisverordnung Nr. 834/2007 incl. der Durchführungsverordnung EG Nr. 889/2008) respektieren, in denen festgelegt wurde, was erlaubt ist. Alles, was nicht erlaubt ist, ist automatisch verboten, so z.B. das Kupieren der Schwänze beim Schwein und natürlich Gentechnik. Alle Betriebe werden von autorisierten EU-Kontrollstellen regelmäßig geprüft. Wir werden von der Lacon GmbH kontrolliert.
  • 2. Bei uns Herrmannsdorfern muss jeder Partnerbauer auch die Richtlinien der deutschen Anbauverbände (Biokreis, Bioland, Naturland, Demeter u.a.) einhalten und wird daraufhin regelmäßig geprüft.Die Herrmannsdorfer Landwerkstätten sind Mitglied beim BIOKREIS.
    Mehr Informationen zum Biokreis finden Sie unter www.biokreis.de
  • 3. Herrmannsdorf erhebt nicht den Anspruch auf ein eigenes „Kontrollsystem“. Wir kennen unsere Partner, die Biobauern und haben mit den meisten von ihnen Vereinbarungen und Verträge zu Rasse, Alter, Fütterung und Gesundheit der Tiere geschlossen. Wir verstehen unsere Zusammenarbeit in traditioneller Weise, wo sich Bauer und Metzger vertrauensvoll die Hand reichen, und in intensivem Austausch miteinander stehen.

Biokreis-Zertifikat 2018/2019 (PDF)
Lacon-Zertifikat 2018/2019 (PDF)
Zertifikat umweltbewusster Betriebe 2018-2020 (PDF)